Vergeben und vergessen? - KLARES SEHEN mit Herz

 

Vergeben und vergessen, ist es nicht das, was wir uns manchmal wünschen? Mit dem Vergeben das negative Vergangene vergessen machen, auslöschen? Im Leben eines jeden von uns gibt es immer wieder Situationen, in denen uns Menschen, verletzen. Wir neigen dazu, diese dann für unser Unglück verantwortlich zu machen. Wer kennt nicht dieses Gefühl von "Ich bin das Opfer und da ist der Täter? Was aber wäre, wenn wir unser Opferdasein in selbstverantwortliches Handeln und inneren Frieden umwandeln? Geht das überhaupt? Vergeben zu können, galt als Tugend der Könige und nannte sich Großmut. In den meisten Religionen spielt Vergebung eine wesentliche Rolle, um Konflikte zu beenden. Vergebung hat zweifellos einen sehr praktischen Wert. Aber sie kann noch weitaus tiefer gehen. In der Arbeit von The Work der Amerikanerin Byron Katie werden Verletzungs- und Rachegedanken mit den entsprechenden Gefühlen untersucht, ob sie wirklich stimmen. Denn ich muß mir ja keinen Stress machen, wenn das, was mir mein Gedanke erzählt, gar nicht stimmt. Wir sehen in der Untersuchung - 4 Fragen und eine Umkehrung - , dass jeder Gedanke alles andere, aber nie die Realität wiedergibt. Gedanken sind bereits emotionale Reaktionen auf das Geschehene, sind Interpretationen und Urteile. Diese Urteile verdichten sich zu Glaubenssätzen und verankern sich in unserem Unterbewussten und bestimmen, wie wir uns und unsere Umwelt sehen. So sehen wir die Dinge und Menschen immer durch einen subjektiven Filter, aber nie so, wie sie wirklich sind.

 

Klares Sehen, ohne Filter, ermöglicht uns einen neuen und entspannteren Umgang mit den Erlebnissen und mit uns selbst. Vergebung kann daraus entstehen. Das entfernt die negativen Gefühle. Wenn mir zudem bewusst wird, dass das Festhalten der negativen Gefühle im Programm unseres Gedanken-Gefühlsapparat passiert, der ein Eigenleben jenseits der Wirklichkeit, wie sie ist, führt, und den man Ego nennt, ja dann! Dann gibt es keinen vernünftigen Grund mehr, daran festzuhalten. Die bewusste Entscheidung, davon loszulassen, ist das "Tao der Vergebung".

 

Es ist das Erkennen, dass das wahre Selbst nie verletzt werden kann, und dass es nur falsche Bilder des Egos sind, die durch Kritik und Beleidigung beschädigt werden. Und das Leben um uns herum beginnt sich zu verändern. Sei bereit, das Leiden am Festhalten der Schuldzuweisung loszulassen. Wenn du nicht bereit bist zu vergeben, und du festhältst an einer Geschichte deines Leidens, bleibst du im Unfrieden. Die Bereitschaft zu vergeben ist ein natürliches Ergebnis der Bereitschaft, frei zu sein, und gibt dir die Klarheit, die Versuchung zu erkennen, weiter festzuhalten. In dem Wunsch, etwas zu (ver-)geben, empfangen wir. Vergebung reinigt innerlich die unbewussten Programme und wandelt sie um in freie Energie. Wie wäre es, ab heute durch die vielen kleinen alltäglichen Ver- und Be-Urteilungen und des Haderns mit einem innerlich gesprochenen Mantra.

 

"Es tut mir leid. Ich verzeihe Dir. Ich liebe Dich" durch den Tag zu gehen?

 

BIRTE GRÄPER 2007